3 Fragen an Sebastian Kaiser

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Tourismus NRW & Nachhaltigkeitsmanagement

Was waren seit Beginn des Projekts die wichtigsten Learnings?
Kaiser: Zu den wichtigsten Learnings des Projekts „Nachhaltigkeitswerkstatt.NRW“ gehört, dass Nachhaltigkeit im Tourismus nur dann Wirkung entfalten kann, wenn diese hochkomplexe Transformationsaufgabe gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren im Land entwickelt und umgesetzt wird. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass Destinationen und Betriebe bereit sind, nachhaltiger zu handeln, wenn praxisnahe Unterstützung, konkrete Werkzeuge und gute Beispiele verfügbar sind. Ein weiteres Learning ist die Bedeutung von Vernetzung und Wissenstransfer: Der Austausch zwischen Tourismusorganisationen, DEHOGA, NRW-Gesundheitsagentur und den beiden Landschaftsverbänden LWL und LVR setzt auf Schwarmintelligenz und Motivation für einen noch verantwortungsvolleren Tourismus in unserem Bundesland. Zudem wurde deutlich, dass Gäste erlebte Nachhaltigkeit zunehmend als Qualitäts- und Wettbewerbsfaktor wahrgenommen und diese gleichzeitig werblich ohne erhobenen Zeigefinger kommuniziert werden muss.


Welche Use Cases haben Sie persönlich besonders begeistert – und warum?
Uns haben alle entwickelten Use Cases gleichermaßen begeistert. Denn diese sind das Ergebnis von kreativen Produktentwicklungsworkshops unserer Projektpartner unter Einbindung von starken lokalen Stakeholdern. Sie stehen nun als real erlebbare Modellprodukte für nachhaltigen Tourismus. Mal lifestylig erzählt für die junge urbane Familie, mal tiefgründig für welterfahrene Kultururlaubende. Aber stets passend zu den im Projekt fortgeschriebenen Markenkernwerten von „Dein NRW“: überraschend, herzlich, bunt. Wir freuen uns sehr auf die im Sommer startende Kampagne und haben in jedem Fall schon jetzt große Vorfreude, die neuen Reiserlebnisse selbst einmal auszuprobieren. Mit erlebbarem Komfort, viel Spaß und ohne den oft mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebrachten Verzicht.


Wie geht es nach Ende der Förderung weiter?
Im ureigentlich nachhaltigen Sinne des Projekts sollen auch nach Ende der dreijährigen Förderung die entwickelten Maßnahmen, Instrumente und Netzwerke weiter genutzt und gelebt werden. Ziel ist es, den nächsten Schritt zu gehen und Nachhaltigkeit dauerhaft in die touristischen Strukturen des Reiselands Nordrhein-Westfalen zu verankern. Die gewonnenen Erkenntnisse, Best-Practice-Beispiele und Qualifizierungsangebote stehen den Akteurinnen und Akteuren weiterhin kostenlos zur Verfügung und können eigenständig fortgeführt werden. Zudem werden die aufgebauten Kooperationen genutzt, um die nachhaltige Entwicklung des Tourismus langfristig voranzutreiben und weitere Impulse für die Branche zu setzen. Das wird begünstigt durch das landesweite Projektsetting der „Nachhaltigkeitswerkstatt.NRW“ und die grundsätzlich eng verzahnte Zusammenarbeit mit den Mitgliedern innerhalb unseres Branchenverbands.